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Eine Tour von Studenten des Masterstudiengangs Öko-Tourismus der Universidad Nacional Agraria la Molina durch den Nordwesten des Landes, um einige der Angebote kennenzulernen und auszuwerten, welche die erwähnte Region zu bieten hat. Die Reise wird uns durch zwei Naturschutzgebiete (span: áreas naturales protegidas, kurz: ANP) sowie durch ein privates Schutzgebiet und mehrere Touristenzentren am Strand führen. Empfohlene Zeit für die Rundfahrt: eine Woche.
Geschrieben von: Samuel Bedrich
Falls Sie ein Naturliebhaber sind und über eine Woche freie Zeit verfügen, laden wir Sie herzlich ein, diese Route als Grundlage für Ihre Reise zu verwenden und sie mit Ihren eigenen Entdeckungen zu bereichern. Dabei bedarf es keiner außergewöhnlichen Abenteuerlust, es reicht völlig aus, wenn Sie etwas Gefallen am Wandern finden (keine Rundfahrt beansprucht mehr als 4 Stunden Fußmarsch) und gerne zelten (vorgesehen sind mindestens zwei oder drei Nächte).
Unterricht mit Luis Ramírez
Wir starteten am Mittwochabend mit dem Bus, um am Donnerstagmorgen in Chiclayo an einer Unterrichtsstunde über die "soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinden mittels des Eco-Tourismus" teilzunehmen. Sie können sich dieses Marathonprogramm ersparen (gleich nachdem wir ausgestiegen waren, mussten wir uns direkt zu unserem Kurs an der Universität begeben) und könnten anstatt der Präsentation mehrere bedeutende archäologische Zentren der Stadt besichtigen (die Königsgräber von Sipán oder das Archäologische Museum Bruning), um sich von der langen Reise von Lima aus auszuruhen.
Am Abend nutzten wir die Gelegenheit, ein wenig durch die Stadt zu streifen, um uns ein Bild vom Nachtleben an einem Donnerstag zu machen: zu unserer Enttäuschung mussten wir jedoch feststellen, dass die meisten Kneipen geschlossen hatten.
Am Freitag brachen wir frühzeitig nach Chaparri auf, Perus erstes privates Schutzgebiet (www. chaparri.org), wo wir von Pedro, Zoila und Heinz empfangen wurden. Als unsere Gastgeber führten sie uns in einer äußerst interessanten Tour durch das Gebiet und erklärten uns, wie die Initiative begonnen hatte, ebenso den schwierigen Prozess der Gemeindearbeit, um das Projekt zu entwickeln und die ganze Gemeinde davon zu überzeugen, dass der Tourismus genauso viele und sogar mehr Einkünfte einbringen kann wie die Plünderung des Waldes, das wahllose Fällen der Bäume und die Verschmutzung der Umwelt. Nach zwölf Jahren Arbeit lassen sich nun bereits Erfolge vermerken: wirtschaftlich wie seelisch zeigten unsere Führer und Freunde großes Interesse an der Arbeit, die sie entwickelten.
Eine wohlverdiente Pause
Wir hätten uns gewünscht, für längere Zeit im Gebiet verweilen zu können, aber es gab noch viel zu tun und die Reise hatte ja noch nicht einmal richtig angefangen: Nach einem ausgezeichneten Essen, welches vom Chaparri-Team zubereitet worden war, stiegen wir wieder in unseren Bus, um nach Chiclayo zurückzukehren, wo wir ein Interview mit den örtlichen Behörden haben würden, damit sie uns ihr Projekt bezüglich des Ecotourismus vorstellten.
Kurz nach unserem dortigen Besuch brachen wir nach Pimentel auf, eine kleine Hafenstadt, wo wir trotz unserer Ankunft zu Einbruch der Nacht noch köstlichen Tunfisch vom Grill in einem örtlichen Restaurant kosten konnten; als Tourist, der nicht die örtlichen Behörden aufsuchen muss, wird man Gelegenheit haben, den Sonnenuntergang zu genießen und einen Spaziergang am Strand zu machen.
Als wir schließlich das Essen beendet hatten, kehrten wir nach Chiclayo zurück, um den Bus um 23:30 nach Tumbes zu nehmen und mit der Reiseroute fortzufahren.
Wir erreichten unser neues Ziel gegen 07:30, etwas müde zwar, da auch der Service während der Fahrt viel zu wünschen übrig gelassen hatte (wenig Platz, Überfüllung, häufige Stopps und generell schlechte Qualität im Hinblick auf die gebotenen Leistungen) - dennoch waren wir zufrieden, voranzukommen.
Nach einer kurzen Dusche in einem Gasthaus, wo man uns mehrere Zimmer zur Verfügung gestellt hatte, damit wir uns für die neue Tour fertig machten, stiegen wir in den Bus, welcher ein örtlicher Reiseveranstalter einschließlich eines Führers für uns bereit hielt.
Um 8:40 morgens schlugen wir den Weg zum Naturschutzreservat Santuario Nacional de los Manglares de Tumbes ein. Auf dem Weg erklärte uns Yuri, Leiter unserer Gruppe, dass es trotz der wachsenden Zahl von ecuadorianischen Besuchern immer noch sehr schwierig sei, die Mangrovensümpfe mittels der Einnahmen des Tourismus zu erhalten.
In den Mangrovensümpfen stiegen wir in drei kleine Boote um, die uns auf einer Tour mitten in die Stille des Geländes hinein führten. Wir konnten mehrere Vögel beobachten und erlernen, auf welche Art Krebse, Langusten und schwarze Muscheln gefangen werden. Die Landschaft hier ist sensationell grün und man atmet förmlich die Ruhe dieses Ortes.
Krebsfang
Kurz darauf, nachdem wir bereits einen großen Teil des Gebiets erkundet hatten, bereiteten uns die Frauen der Gemeinde ein hervorragendes Essen mit eben diesen Langusten und köstlichen schwarzen Muscheln zu.
Aus den Mangrovensümpfen auf den Tisch...
Gegen vier Uhr nachmittags waren wir nach Tumbes zurückgekehrt und offiziell war die Reise damit beendet und jeder sollte wieder seine eigenen Wege
gehen: manche würden wieder ihren gewöhnlichen Beschäftigungen in Lima nachgehen, während wir anderen die Reise fortsetzen würden, um unseren Trip in den Norden zu nutzen: die Zona Reservada de Tumbes erwartete uns noch.
Da es bereits spät wurde, entschieden wir uns, in den Osten der Stadt aufzubrechen, in eine kleine Siedlung mit den Namen Zorritos, welche sich am Meer erstreckt und wo sich verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten bieten: vom Campingplatz am Strand bis zu Qualitätshotels, die alle Dienstleistungen zur Erholung ihrer Gäste einschließlich eines Schwimmbads anbieten. Raten sie doch mal, welche Unterkunft wir ausgewählt haben?
Richtig! Ein ausgezeichneter Ort, welcher zugleich die Sicherheit eines Palmendachverschlags und die einer überwachten Zone bietet, in Verbindung mit den notwendigen sanitären Einrichtungen.
Zelten in Zorritos
Die Unterkunft bot auch eine Gästeküche, wo man sich seine Mahlzeiten nach eigenen Wünschen zubereiten konnte.
Als Touristen, die wir waren, konnten wir die Einrichtungen zur Zubereitung der Langusten benutzen, die wir zuvor im Santuario de Tumbes gekauft hatten. Das Abendessen lässt sich einfach mit dem Wort: köstlich beschreiben...
Bleibt über das Zelten noch zu sagen: Beim Aufwachen das Meer zu betrachten, welches sich nur wenige Meter entfernt befindet, und dies ohne ein einziges Bauwerk, welches den Blick versperrt…..hier bietet sich diese einmalige Gelegenheit.
Wir nutzten den Sonntag, um ein paar Freunde zu treffen, die sich in Zorritos niedergelassen und von dort aus ein Reiseveranstaltungsunternehmen aufgebaut haben. Wir blieben bei diesem jungen Paar, das uns liebenswürdigerweise zu den Pfützen mit Heilschlamm - "Hervideros" genannt - mitnahm. Am Abend kehrten wir in unsere Unterkunft am Strand zurück, um dort das Abendessen vorzubereiten und zu übernachten: Am nächsten Tag würde das Abenteuer von neuem für uns beginnen.
Kurz nach sieben Uhr morgens schafften wir es, uns mit Chapita in Verbindung zu setzen, so der Spitzname von Victor, der angeboten hatte, uns bis zum Punkt "El caucho" zu bringen, wo man gerade innerhalb der Zona Reservada de Tumbes ein Biosphärenreservat aufbaut. Wir vereinbarten, dass er kurz nach zwölf Uhr Mittag bei uns sein würde, aber zu unserer Freude erschien er kurz vor zehn, was es uns erlaubte, die Abreise ein wenig vorzuziehen.
Während der Reise konnten wir Hunderte von Korallensträuchern betrachten, eine in jeder Hinsicht beeindruckende Baumart: die außergewöhnlichen Formen, der Umfang der Stämme und Äste ebenso wie der majestätische Anblick.
Der Korallenstrauch
Wichtig zu erwähnen ist, dass der Zugang zur Zona Reservada nicht einfach zu finden ist, da es keine Beschilderung gibt. Zudem baut man gerade neue Wege und es ist daher sehr leicht, sich zu verlaufen. Wir begingen einen kleinen Fehler während der Fahrt und dies entfernte uns ca. 40 Minuten von unserer eigentlichen Route: Wenn nicht ein Bulldozer unseren Weg gekreuzt und unser Führer nicht über so gute Kenntnisse verfügt hätte, wären wir sicherlich noch mehrere Stunden in die falsche Richtung weitergefahren. Die Moral der Geschichte daher: Man sollte stets in guter Begleitung reisen.
Wir erreichten die Zona Reservada gegen drei Uhr nachmittags. Sobald wir ankamen, trafen wir uns mit Coto, der zurzeit als Koch des Teams arbeitet, welches das Biosphärenreservat in diesem Gebiet anlegt. Da er jedoch auch lange Zeit als Führer gearbeitet hat, bot er uns freundlicherweise an, uns durch den Park zu führen, sobald er fertig wäre, für seine Gäste zu kochen und diese zu verpflegen.
Spinnenartige Konstruktionen
Gleich darauf sollte Martín eintreffen, der für dieses Gebiet zuständige Förster. Mit ihm würden wir eine kleine, jedoch nicht sehr ausgiebige Tour unternehmen, da währenddessen bereits die Nacht angebrochen hatte und es etwas riskant war, dem Weg ohne Licht weiter zu folgen. Er erlaubte uns auch, unsere Zelte in den Gebieten aufzustellen, die sich im Aufbau befinden und erinnerte uns daran, dass wir am kommenden Morgen einen langen Fußmarsch von vier Stunden unternehmen würden.
Sehr früh am Dienstagmorgen brachen wir zu Fuß auf: vier Studenten (eine Umweltingenieurin, eine Biologe und zwei mit Abschluss in internationalen Handelsbeziehungen) und ein Experte in Áreas Naturales Protegidas als Führer, welcher uns anhand von Beispielen und Proben in einer munteren Unterhaltung die Wunder aufzeigte, die sich im Regenwald finden lassen.
Obwohl wir erhofften, mehrere Brüllaffen zu sehen, sollte es dieses Mal nicht möglich sein: fast schien es so, als wenn die oben erwähnte Spezies beschlossen hätte, zu verschwinden, als sie unsere laute Anwesenheit bemerkte.
Dennoch bietet der Fußmarsch durch einen Ort wie diesen ohne Zweifel eine einmalige Gelegenheit - wo sonst hat man noch das Glück, der zwölfte Besucher im Jahr zu sein? Im Laufe der vier Stunden konnten wir beim Betrachten der Insekten, Reptilien, Froschlurche, Vögel und Fauna die ganze Pracht der Natur wahrnehmen.
Örtliche Fauna
Es bleibt darüber zu informieren, dass die ANP immer noch einer ausgiebigen wissenschaftlichen Arbeit zur Identifikation und Klassifizierung der Bestandteile des Ökosystems bedürfen: trotz örtlicher Bemühungen gibt es dazu noch keine vollständigen Statistiken.
Als ein Land mit großer Artenvielfalt (mehr als 70% der vorhandenen Arten auf dem Planeten) nimmt Peru eine bedeutende Stellung in der Welt ein, da es als ein Beispiel für die allgemeine biologische Vielfalt dient. Zu erfahren, zu beurteilen und zu würdigen, was dies wirklich aussagt, ist zweifelsohne von Bedeutung.
Um ein Uhr Nachmittags mussten wir fast fluchtartig nach Tumbes zurückkehren, da zwei weitere Mitglieder der Gruppe zu ihren täglichen Aufgaben aufbrechen und ihre jeweiligen Busse zurück in die große Stadt nehmen mussten. Dem- oder derjenigen Reisenden, welche(r) den Park besucht, empfehlen wir einen Mindestaufenthalt von 24 Stunden, um die Hauptattraktionen und -routen genießen zu können.
Abenddämmerung in Los Órganos
Am Abend, bereits ohne Führer und nur noch mit dem Rest des "Teams" (wir verblieben zu zweit) brachen wir zur einer wohlverdienten Pause zur Küste von Piura auf: das kleine Dorf Los Órganos würde unsere nächste und letzte Station der Reise sein. Dort würden wir für paar Nächte verweilen, um uns von der Hetzerei der letzten Tage zu erholen. Bei unserer Ankunft fanden wir den Himmel rot gefärbt von der Abenddämmerung vor, ein Meer voller Stille und einen Horizont leicht von menschlicher Hand getrübt sowie eine verlassene, ölverschmierte Plattform.
Von unserer letzten Bastion aus konnten wir Vögel beobachten und lange Fußmärsche am Strand unternehmen, wo wir sogar Delfine entdeckten. Es ergab sich auch die Möglichkeit, ein wenig an touristischen Festen in solch bedeutenden Zentren wie Mancora teilzunehmen, von wo aus wir schließlich den Bus zurück zu unserem Ausgangspunkt, nach Lima,
nahmen.
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