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CAÑETE: WIEGE UND HAUPTSTADT DER NATIONALEN "SCHWARZEN KUNST"
Ja, mein Herr.... Cañete ist eines der attraktivsten Täler der zentralen Küste, ledigliche eineinhalb Stunden im Süden Limas. Cañete, das für viele mit "Schwarzer Kunst" gleichzusetzen ist, ist eine der größten Ansiedlungen dunkelhäutiger Bevölkerung des Landes. Ein Beispiel hierfür ist das sehr belebte "Festival de Arte Negro" (Fest der schwarzen Kunst), das sich wie alle Jahre im August anlässlich der "Semana de Cañete" (Woche von Cañete) ereignet, die in Cañete im Rythmus der Freude wie von selbst Party bedeutet.
Text: Iván Reyna Ramos
Übersetzung aus dem Spanischen: Veronika Schanderl
Die etno-rassische Gruppe der Dunkelhäutigen brachte eine Kultur und eine Denkweise nach Peru, die sie in der westlichen Welt zum Außenseiter machten, wo ihre Kultur und Indiosynkratesie als barbarische Ausdrücke gewertet wurden. Ihre Dialekte und ihre Kunst wurden auf herablassende Art behandelt, bis dahin, dass sie als teuflisch eingestuft wurden.
Dieses Vorgehen gegen Dunkelhäutige wurde über viele Jahre hinweg beibehalten, sie wurden des Landes verwiesen und man kann sogar soweit gehen und sagen, dass versucht wurde, ihre Identität zum Verschwinden zu bringen. Trotzdem überraschte ihre Eingliederung in das nationale Konglomerat außerordentlich, da sie sich, organisch und diszipliniert, mit ihrem folklorischen Wissen eine Präsenz und artistische Beständigkeit eingelaufen haben.
Diese Reflexionen erlauben, die Offensichtlichkeit darzulegen, dass in der Provinz Cañete auf das selbe zusammenwirkende Phänomen in einer solchen Symbiose vorkommt, und in dieser der Dunkelhäutige eine offenkundige Anwesenheit besitzt, nun ja, so zeigen es die Praxis seiner Musik und seiner Tänze "aus Herz und Seele"; das Ansteckende an diesen ist, dass alle einem Zauber unterliegen und das Unwiederstehliche daran, dass sie Geheimnisse aus jahrhunderte langer Geschichte beschützen.
Seit dem Jahre 1957 wird der Geburtstag der "Fundación de la Villa de Santa María de Cañete" (Spanische Stiftung des Hauses der Heiligen Maria von Cañete) offiziell gefeiert, wobei die Feierlichkeiten anfangs einfach und überschaulich waren; aber es fehlte eine Zutat von höchstem Wert, die es erlaubte, den Jahrestag auf besondere Art hervorzuheben, und diese Zutat war die "Schwarze Kunst". So erteilte das Plenum am 27. Mai 1971, zu der Zeit also, als der berühmte Bürgermeister spanischer Nationalität, Alfredo De Toro Moreno, dem Rat der Provinz Cañete vorsaß, diesem Sonderbefugnisse, damit er eine "La Semana de Cañete"-Festkomission ernenne.
Tatsächlich arbeitete die Komission nach ihrer Ernennung unverzagt und erhielt viele Vorschläge in Zusammenhang mit der "Schwarze Kunst". Die Ideen und Projekte wurden in einer Plenumssitzung, die am 12. August 1971 stattfand, vorgestellt und diskutiert. An jenem Tag stimmte man überein das "I. Festival de Arte Negro" stattfinden zu lassen.
Die Organisation des Eventes wurde dem gefeierten, sich um die nationale "Schwarze Kunst" sorgenden Nicomedes Santa Cruz anvertraut. Das erste Festival fand am Sonntag, den 29. August 1971, statt und übertraf sämtliche Erwartungen, so dass die Provinzregierung viele Glückwünsche seitens der Presse, den Institutionen und denjenigen Personen erhielt, die sich mit der "Schwarzen Kunst" und ihren Kulten identifizieren.
Das Aufblühen des kulturellen und artistischen Wissens der Dunkelhäutigen bildet die Anwesenheit eines weiteren Stückes oder Räderwerkes in unserer komplexen Peruanität. Die geduldige Arbeit, um dieses Aufblühen zu erreichen, wurde in Cañete durch die Organisation des "I. Festival de Arte Negro" im Jahre 1971 begonnen. Eine Situation, die es dieser Provinz erlaubte, über die "Dirección Nacional de Derecho de Autor" (nationales Direktorium für Autorenreche) und durch die entsprechenden Registereintragungen der unten angeführten Namen die legale Anerkennung der gesamten kreativen Skala zu erreichen:
"Cañete, Cuna del Festival del Arte Negro" (Cañete, Wiege des Festivals "Schwarzer Kunst")
"Cañete, Cuna y Capital del Arte Negro" (Cañete, Wiege und Hauptstadt der "Schwarzen Kunst")
"Reina del Ritmo" (Königin des Rythmus)
"Reina del Festejo" (Königin des Feierns)
"12 de Agosto Día del Arte Negro" (12. August, Tag der "Schwarzen Kunst")
"Festival del Arte Negro" (Festival der "Schwarzen Kunst")
"Primer Festival del Arte Negro" (Erstes Festival der "Schwarzen Kunst")
"Festival de la Canción Negroide" (Festival des "Schwärzlichen" Liedes)
"Festival de las Morenas" (Festival der Dunkelhäutigen)
Aber es bleibt hinzuzufügen, dass die neun zwischen Oktober und Dezember 1991 erlangten Eintragungen das Produkt eines langen Bemühens bilden, das bereits 1990 in Angriff genommen wurde. Noch mehr: die Sehnsüchte des Dorfes Cañete, innerhalb der "Schwarzen Kunst" eine gerechte Anerkennung zu besitzen, hat seine Vorgeschichte im Jahr 1971 und bezieht sich auf die Anerkennung der Künstler und Gruppierungen auf lokaler und nationaler Ebene. Aber das Kernstück in allem waren und sind die Herrscher des Rhythmus und des Feierns. So bleibt zu erinnern, dass 1972 der "Reinado de la Simpatía" (Herrscher der Sympathien) eingeführt wurde und 1975 das "I Festival de la "Canción Negra"" (I. Festival des "Schwarzen Liedes") mit aufgenommen wurde.
Das kreative Wissen im Bereich der "Schwarzen Kunst" ist in Cañete so umfassend, dass die Provinzregierung von Cañete 1990 das Ministerium für Industrie, Tourismus und Intergration bat, Cañete als "Cuna y Capital del Arte Negro Peruano" (Wiege und Hauptstadt der peruanischen "Schwarzen Kunst") anzuerkennen.
Disziplin und Ordnung haben sich der "Schwarzen Kunst und Folklore" aufgeprägt, so dass momentan die Gruppen, die die Musik und den Tanz pflegen, eine Herausforderung und Verantwortung besitzen, den Preis hoch zu halten, den man bis jetzt auf legale und künstlerische Weise erobert hat. Die Bewohner von Cañete wie auch die Peruaner leben angesteckt von der "Schwarzen Kunst", aber es sind die repräsentativen Gruppen, die zahlreiche Feierlichkeiten auf lokaler und nationaler Ebene schmücken und ihnen Farbe verleihen.
Neben dem Charakteristischsten, für das Cañete in Verbindung mit der "Schwarzen Kunst" bekannt geworden ist, neben der Produktion und den Geburtstagen, sind die Heimatfeiertage diejenigen, die in allen Bezirken der Provinz hervorstechen und das Feiern dieser findet das ganze Kalenderjahr über mit der ihm anhaftenden Ablenkung und der Zerstreuung der Bevölkerung statt |