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DER PERUANISCHE HUND OHNE FELL

Man sagt, der Hund sei "der beste Freund des Menschen". Und wirklich, er war der Freund des ehemaligen Andenbewohners vor vier Millionen Jahren und ist es bis zum heutigen Tag moderner Epochen noch immer. Ein Hund, so peruanisch wie das vorbeiziehende Pferd, der Pisco
(peruanische Schnapsart), die Kartoffel, die Huancaína (gelbe Soße), das Cebiche (Gericht aus rohem Fisch), die Fahne oder das Nationalwappen. In Wissenschaften wie der Archäologie, der Geschichte, der Volksmedizin und der wissenschaftlichen Medizin hat dieser Hund großes Interesse hervorgerufen. Als "Perro calato", "Perro chino" (chinesischer Hund), "Perro viringo", "Perro pelón" (Glatzköpfiger Hund) oder "Perro yagua" bekannt, handelt es sich doch immer um den gleichen, einen "perro sin pelo del Perú" (Hund ohne Fell aus Peru). Dies ist seine überwältigende Geschichte.

Text: Iván Reyna Ramos
Übersetzung aus dem Spanischen: Veronika Schanderl


Die von den ersten Chronisten, die mit den Anhängerschaften der Expeditionen Francisco Pizarros ankamen, gesammelten und überlieferten Versionen sind die ersten Notizen, die über die Existenz des "Perro sin Pelo del Perú" existieren. 

Noch ist die genaue Abstammung des tausendjährigen peruanischen Hundes ohne Fell noch nicht geklärt. Trotzdem behaupten einige Studien, dass der Hund mit der Ankunft der spanischen Eroberer nach Peru gekommen sei. Andere erklären, dass seine Ankunft auf die chinesische Immigration zurückzuführen sei, die kurz nach der Verkündung des Gesetzes zur Abschaffung der Sklaverei am 3. Dezember 1854 durch Präsident Ramón Castilla stattfand. 

Eine andere Fraktion versichert, der Hund ohne Fell entstamme dem afrikanischen Kontinent und sei mit den Nomaden nach Amerika gekommen; während eine vierte Gruppe vermutet, dass der Hund in Begleitung derjenigen Menschen aus Asien gekommen ist, die die Behringstraße überquerten.

Über die Herkunft des Namens, den dieser Vierbeiner trägt, ist man sich ebenfalls nicht einig. In verschiedenen Regionen Perus kennt man ihn als "Perro Chino" (Chinesischer Hund), in den Dörfern im Norden, wie etwa in Cajamarca, nennt man ihn "Llama viringo" (Viringo-Lama). Laut dem fleißigen Botschafter Juan Alvarez Vita ist die Benennung "chino" eine Variante der Quechua-Vokabel "china", die "Frau" bedeutet und mit der Anpassung ans Spanische maskulinisiert wurde. Das Wort "viringo" (von der Quechua-Vokabel "Willihuachic") bedeutet "Bote", wobei man im nördlichen Departamento Cajamarca auch "viringo" zu einem körnerlosen Mais oder zu einem astlosen Baum sagt.

Am Rande der Theorien ist der Hund ohne Fell genauso peruanisch wie die Pachamanca, wie zahlreiche Proben beweisen, die seine Existenz seit mehr als viertausend Jahren vor Christus stützen, porträtiert auf den Keramiken der ältesten Kulturen wie der Chavín, Mochica, Tiahuanaco, Wari, Vicus, Chimú und der Chancay, die ihn neben Puma, Schlange und Falken abbilden. Was eindeutig zeigt, dass der Hund ohne Fell in Peru seit den ersten Jahren der Geschichte erscheint, sich auf diese Weise in den besten Freund und treuesten Begleiter des Andenbewohners verwandelnd. Ein klarer Beweis für seine Beziehung zu dem peruanischen Andenbewohner.

Die ersten Porträts
Die Chavín-Kultur (1.000 - 4000 v.Chr.)
Sie wird von den Archäologen als die älteste andine Gesellschaft gehalten, deren Zentrum sich in Huántar, La Liberdad, befand. Der Archäologe Marco Curatola, entdeckte durch den Hund ohne Fell eine wichtige Beziehung zwischen dem Obelisken von Tello und dem Mythos von Achakay.

Die Vicus-Kultur (500 v.Chr. - 400 n.Chr.)
Ihr Name trägt eine Bezeichnung, die auf den Namen einen Hügels zurückzuführen ist, der sich in den Ländereien des ehemaligen Landgutes Pabur befindet, etwa 50 Kilometer im Osten von Piura. Ihre Skulpturen zeigen und bilden Figuren antropomorphischer, phytomorphischer und zoomorphischer Arten, wobei in den oberen Teilen der Gefäße die Nachbildung des Kopfes eines Hundes ohne Fell ausgearbeitet wurde.

Die Mochica-Kultur (100 v.Chr. - 600 n.Chr.)
Sie fanden eine hervoragende Form, ihre Kunst durch die Interpretation des Lebens, wie die Persönlichkeit ihres Herren, Gebräuche, Ritualen und menschliche Ausdrücken in ihren verschiedenen Seelenzuständen zu kommunizieren und diese in "Huacos" abzubilden, wo die Figur des Hundes ohne Fell den Mochica-Menschen in Äußerungen der Treue begleitend und es scheint, dass er als weiteres Mitglied der Familie angesehen wird. So sehr sogar, dass er den Priester und den Kämpfer begleitete, wie man auf den Keramiken sehen kann und was 1987 bestätigt wurde, als der Archäologe Walter Alva das Grab eines Kriegsherrschers und Moche-Priesters entdeckte, den er den "Señor de Sipán" (Herr von Sipán) nannte und der von acht Dienerskeleten, zwei Konkubinen und einem Hund ohne Fell umgeben wurde, im Zentrum einer Plattform gelegen, die als "Huaca Rajada" bekannt ist.

Die Nazca-Kultur (100 - 700 n.Chr.)
Ihre Keramik charakterisiert sich durch seine Natürlichkeit während der zweiten Phase. In dieser Kultur äußern sich sehr nüchterne und raffinierte Figuren roter Farbe, sowie mit mehreren Farben versehene Zeichnungen von Pflanzen, Früchten und Tieren, wie die des Hundes ohne Fell, der auf bewundernswerte Art porträtiert wurde. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass dieser Hund ebenfalls im Verzeichnis der Petroglifen in der Pampa del Ingenio auftaucht. Eine Tatsache, die sich mit den Linien von Nazca, wo man zoomorphische Figuren gezeichnet findet, in Zusammenhang bringen lässt, wovon man glaubt, dass die Figur des Andenfuchs in Wirklichkeit den Hund ohne Fell darstellt. Und der Astronom Barthelemy D'ans Alleman, Mitglied des "Instituto Peruano de Astronomia" (Peruanisches Institut für Astronomie), präzisiert, dass die zoomorphische Figur in den Linien der Pampas de Nazca der peruanische Hund ist.

Die Sicán-Kultur (1000 - 1200 n.Chr.)
Die Kultur, die in der alten Muchuk-Sprache soviel wie "Mondhaus" bedeutet, befand sich in dem mittleren Bereich des Flusstales des "Leche", in der Region Batán Grande, im Departamento Lambayeque. Diese Kultur wusste bereits von dem Hund ohne Fell, wie Abbildungen in Wachposition und während der Nahrungsaufnahme zeigen. Ebenfalls zeichneten sie den Hund auf ihre Windinstrumente, wie auf das Horn und die Pfeife. Daneben existieren Keramiken dieser Kultur, auf denen sich der Hund mit einem Halsband abgebildet findet, das ihn genetisch identifiziert.

Die Chancay-Kultur (1000 - 1450 n.Chr.)
Charakterisiert durch ihre wunderschönen Gefäße im Stile schwarz auf weiß, die die intimen Erlebnisse des Hundes ohne Fell widerspiegeln, deren Keramiken den Koitus des Hundes zeigen; während ihre Henkel die Gliedmaße des Männchens darstellen, ebenfalls in einer strammen, wachsamen Position.

Die Chimú-Kultur (1100 - 1400 n.Chr.)
Nach dem Fall der Sicán- und auch der Moche-Kultur bildete die Chimú-Kutur den Hund ohne Fell seine Welpen stillend ab, sich friedlich ausruhend, sowie bei anderen Aktivitäten des Hundelebens. Die Chimú richteten den Hund darauf ab, das Haus zu hüten, seine Besitzer vor feindlichem Eindringen zu warnen und Nagetiere und Ungeziefer auszurotten, das die Ernte bedrohte.

Mit der Ankunft der spanischen Eroberer, erlangte das Schicksal des Hundes ohne Fell einen entscheidenden Wandel. So ging er dazu über, Teil eines unterdrückten Volkes zu bilden, angeklagt, mit teuflischen Ritualen in Verbindung zu stehen, weswegen begonnen wurde, ihn ohne Gnade auszurotten.

Auf der anderen Seite hielt der Schriftsteller Abel León fest, dass die Spanier viele Arten als Kuriositäten der Neuen Welt mit nach Europa nahmen und dass sich unter diesen einige sonderbare Hunde befanden, die kein Fell hatten.

Ein nicht editiertes Originalmanuskript, das in Madrid aufbewahrt wird, beinhaltet Anmerkungen eines gewissen Francisco de Hernández, wo erzählt wird, dass "...in Neugalicien eine felllose Hunderasse existiert, von glattgezeichnetem Leder, eine Art Wachtelhund, obwohl er etwas größer ist und ein Bellen hat, das vollkommen anders ist als das aller anderen, und von dem der Prinz Carlos, unser Herr, einen sein Eigen nannte".

Die Registereintragung
Damit der Hund ohne Fell als einheimische peruanische Rasse anerkannt wird, trat der Ingenieur italienischer Abstammung Ermanno Maniero, begleitet von den Peruanern Enrique Ureña und Hugo Quevedo als Vertreter Perus und Mitglieder des peruanischen Kennel Club, vor die "Generalversammlung der internationalen Hundeföderation", in der der Ing. Maniero eine außerordentliche Verteidigung über den "Hund ohne Fell aus Peru" hielt und dadurch eine lange und erbitterte Debatte anregte, bis der Hund am historischen 12. Juni 1985 schließlich in Amsterdam, Holland, mit der Nummer 310 der Rassen-Nomenklatur in der Gruppe V der FCI, in der Sektion primitiver Hunde registriert wurde; und erst am 30. Mai 1994 wurde der Standard mit dem offiziellen Namen "Perro sin pelo del Perú" (Hund ohne Fell aus Peru) genehmigt.

Die Internationale Hundeföderation, die die weltweite Amtsgewalt im Bereich der Hunde besitzt und Institutionen wie den "Kennel Club del Perú" akkreditiert, um sie in fast allen Ländern zu verteten, ließ bis zum heutigen Tag lediglich 344 Hunderassen zu. Trotzdem erlaubte man auf Anweisung irgendeiner Person bereits zuvor, dass die Rasse ebendieses Hundes in Deutschland angemeldet wurde, und dieses Land trug ihn in die FCI als "Perro Peruano" (Peruanischer Hund) mit dem poetischen Namen "Inca orchid moon flower" (Inka-Orchideen-Mondblume) ein.

Ebenfalls ist bewiesen, dass der Hund ohne Fell aus Peru es geschafft hat, sich über verschiedene Länder der Welt wie Frankreich oder Deutschland auszubreiten. Auch in Holland oder der ehemaligen Tschecheslowakei und selbst in Russland existieren Clubs.

Exemplar
Am 4. Januar 2000 erließ das "Instituto Nacional de Cultura" (Nationales Kulturinstitut) die Resolución Directoral Nacional N°001-INC, in dessen erstem Artikel aufgezeigt wird, dass "die "Museos de Sitio" (Museen "vor Ort"), die zu dem Nationalen Museensystem gehören, sowie die archäologischen Gebieten der peruanischen Küste, die die nötigen Voraussetzungen für seine Aufzucht und seine natürliche Entwicklung besitzen, ein Hundeexemplar der Rasse "Perro Peruano" zu besitzen haben". Im zweiten Artikel wird erwähnt, "der Verwaltungsleitung des "Instituto Nacional de Cultura" anzuvertrauen, für die Adquisition der nötigen Hundeexemplare zu sorgen, sowie die Zuweisung der für seine Ernährung und seine Pflege benötigten Ressourcen". Im dritten Artikel wird gesagt, dass "die Direktoren der Museen vor Ort und der archäologischen Gebiete für die notwendigen Handlungen bezüglich Pflege, Ernährung, Aufzucht und Entwicklung der Hunde verantwortlich sind".

Am 22. Oktober 2001 ordnete der Kongress der Republik an, in Erfüllung der Artikel 108 der "Constitución Política" (politische Konstitution) und 80 des "Reglamento del Congreso" (Kongressordnung) das Gesetz 27537 zu veröffentlichen, da der Präsident der Republik dasjenige Gesetz, indem der Hund ohne Fell als Nationales Erbe deklariert wird, innerhalb der konstitutionell festgehaltenen Frist nicht verlängert hatte. Im ersten Artikel wird festgehalten, "die Hunderasse "Perro sin pelo del Perú" als aus Peru stammende Hunderasse anzuerkennen, ihm als eine zu schützende Art die Qualität nationalen Erbes verleihend". Im zweiten Artikel wird die "Regelung des Gesetzes vor dem Ministerium für Landwirtschaft" gemacht, die "anordnet, - unter der Verantwortung des Ministeriums - den öffentlichen oder privaten Vereinigungen die Verantwortung hinsichltich Erhaltung, Aufzuchtsförderung und Export der Hunderasse "Perro sin pelo del Perú" zu geben".

Ohne Haare
Der peruanische Hund hat deswegen keine Haare, da sich der Haarbalg nicht wie bei irgendeiner anderen Hunderasse entwickelt, wodurch ihm eine unverwechselbare und ganz spezielle Eigenschaft verliehen wird. Laut Doktor Pedro Weiss, Gründer der Universidad Cayetano Heredia und Hundeforscher, ist der peruansiche Hund ohne Fell keine zoologische Rasse, sondern eine teratologische Varietät - das heißt, ein "Mutanten"wesen - und dass das Fehlen des Felles eine genetische Eigenschaft ist, die Hipoplasia-Ectotermica-Syndrom genannt wird, was soviel wie "absolut kahl" bedeutet.

Ebenfalls handelt es sich hierbei um ein elegantes, schlankes, flinkes, aufgewecktes und aufmerksames Exemplar; ein eifriger Wächter; von noblem Charakter, seinen Besitzern gegenüber von liebevollem Wesen; den dem Haus fremden Personen gegenüber reserviert; sein Gebiss ist fast immer unvollständig; und sein Hörsinn weit entwickelt. Er ist ein sehr schneller Hund, der an der Seite eines Autos bis zu 60 km/h erreicht und bis zu zwei Metern an Höhe überwinden kann.

Einige behaarte Exemplare sind dies nicht, wie die Gemeinheit der Menschen glaubt, auf Grund der Kreuzung eines "Perro sin pelo del Perú" mit einer anderen, ihr verschiedenen Rasse, die die Spanier mitbrachten, sondern einzig genetisch bestimmt. So dass die Geburt eines Hundes ohne Fell darauf begründet ist, dass er ein dominantes, rezessives Gen in sich trägt, das eine Hautfunktionsstörung hervorruft und dabei eine Hyperpigmentation in der Haut produziert. Daher auch der Grund des Genes dieser Rasse, die haarfrei ist, und je weniger Haare ein Hund hat, desto höher die Anzahl an Zähne, die ihm fehlen.

Das Hautpigment des Hundes ohne Fell ändert sich mit der Sonneneinstrahlung, der der Hund während der verschiedenen Jahreszeiten im Jahr ausgesetzt ist. So wird man sehen, dass sich, wenn man ein schwarz-schieferfarbiges Exemplar den ganzen Sommer über im Freien lässt, seine Pigmentation erhöhen wird; wenn man ihn dagegen das ganze Jahr über im Schatten lässt, wird man beobachten, dass sich seine Haut in fast rosa oder blond verwandeln wird; das heißt, er verliert seine Pigmentation und seine Melaninproduktion sinkt.

Trotzdem gibt es auch noch andere Hunde, ebenfalls ohne Fell, die "Perros chinos" genannt werden, da in der Stadt Manchuria in China eine Hunderasse namens "Gekämmter Tai-tai" existiert. Die Unterschiede zwischen dem "Perro chino" und dem peruanischen Hund sind äußerst gering, dem ersteren wächst lediglich ein Haarbüschel auf dem Kopf.

Eine weitere Variation unseres Hundes ohne Fell ist diejenige, die man in Mexiko antreffen kann und die dort unter dem Namen "Xoloitzcuintle" oder "Perro pelón mejicano" (glatzköpfiger mexikanischer Hund) bekannt ist. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er ein wenig robuster ist als der "Perro chino" oder der peruanische Hund. Daneben befinden sich auch in Argentinien Hunde ohne Fell namens "Pila"; in Paraguay wird er auch "Yagua" genannt.

Die Ernährung der Hunde ohne Fell ist wie die jeder anderen Hunderasse auch. Sie benötigen keine spezielle Nahrung, fressen häusliche Kost. Sie haben keine Zecken oder Flöhe, noch rufen sie bei ihren Besitzern Allergien hervor.

Zudem existieren drei verschiedene Größen dieser Hunderasse. Der kleine misst zwischen 25 und 40 Zentimeter an Höhe; der mittlere zwischen 40 und 50; und der große erreicht eine Höhe von 50 bis 65 Zentimeter.

Wegen seiner geschichtlichen Bedeutung verkaufen die Züchter der Hunde ohne Fell diese Exemplare für bis zu 5000 Dollar pro Welpe nach Europa. Während auf dem nationalen Markt der Preis für eines Hundebabys zwischen 100 und 150 Dollar schwankt.

Letztendlich kommt das Phänomen des Fehlens des Felles auch bei anderen Tierarten vor: Es gibt Ratten, Schweine und Katzen ohne Fell.

Der Mythus
Seit präkolumbianischen Zeiten wurden die verschiedensten und farbenfrohesten Mythen, Legenden und Erzählungen rund um den Hund ohne Fell gesponnen. So assoziierten zum Beispiel die ehemaligen Bewohner Mexikos und Perus den Hund mit dem Mondkult, da sie glaubten, dass die menschliche Rasse seiner Kreuzung mit einer Frau entstamme. Ebenfalls hielt man das schwarzfarbige Exemplar für den Führer der Seelen der Verstorbenen ins Jenseits. 

In den Chimú- und Inka-Kulturen wurde eine größere rituelle Verbindung des Hundes ohne Fell mit der Bewunderung für die Göttlichkeit des Mondes registriert. Während der Zeit der Inka beteiligten sich die Hunde ohne Fell an einigen Ritualen, aber nur sehr selten wurden sie geopfert und lediglich in notwendigen Fällen dazu verwendet, den Inka vor Bösheit und fremdem Gift zu beschützen.

Ebenfalls existiert der Mythos von Achnay, eine Erzählung, die berichtet, wie in der Epoche einer unbarmherzigen Hungersnot zwei Geschwister, ein Junge und ein Mädchen, nach Cavan de Huántar gelangten und dort von Achanay und seiner Tochter Oronnay, Zuneigung vortäuschend, in ihre Wohnung gelockt werden; doch in der Nacht ermorden diese den Knaben, woraufhin seine von einem Frosch gewarnte Schwester in aller Stille mit den Resten ihres Bruder flieht und zum Territorium der Nullkush gelangt, die den toten Jungen in Kashmi (weißer Hund ohne Fell) verwandeln, der sich in ihrer Flucht über die Hochebene in den Begleiter des Mädchens wandelt, bis die beiden schließlich den Himmel erreichen.

Einige glauben, dass sich Kashmi im Himmel in "Ongoy" (Plejaden-Sternkonstellation oder auch Siebengestirn genannt) verwandelt, während andere erzählen, dass er sich in "Achachi Uturi" (Morgenstern) wandelt; aber alle stimmen darin überein, dass das Mädchen zu "Apachi Urui" (Abendstern) wird. Seit damals, so die mündliche Überlieferung, sind die Sterne Führer der Reisenden, Hirten und Landwirte.

Eine andere Legende erzählt, dass die Vorfahren glaubten, dass Sonnenfinsternisse erschienen, wenn der Mond traurig, später krank wird und schließlich stirbt; später auf die Erde herunterfällt und sie komplett zerstört. Aber das Flehen ließ sie hoffen, da der Hund ohne Fell immer dann zum Heulen gebracht wurde, wenn der Mond begann, krank zu werden, so dass die irdische Katastrophe verhindert wurde.

Eine schwarze Chronik der Provinz Chinca erzählt, dass man seit Jahrhunderten die "Perros Calatos" durch Steinwurf tötete, da sie für bösartig gehalten wurden und in Chancay verspeiste man sie, weil man glaubte, dass ihre Haut heilende Kräfte besitzt.

Von angenehmer Temperatur
Obwohl der peruanische Hund ohne Fell die Vorfahren bei ihren verschiedensten Aktivitäten und Lebensbekundungen, wie bei ihren Bräuchen, Ritualen und Traditionen begleitete, so wurde er doch auch wegen seinen scheibaren Heilkräften geschätzt, die bis zum heutigen Tag mit einzigartiger Kreativität praktiziert werden.

So weiss man, dass das Lecken des Hundes ohne Fell die Vernarbung von Wunden fördert; dass die Welpen als Kompressen dienten, um Augenentzündungen zu heilen; dass man bereits tote, aber noch warme Hunde auf den Magen eines Patienten legte, um Typhusfieber und Thypus zu bekämpfen, oder auf den Rücken, um Lungenentzündungen zu heilen; dass der Speichel des Hundes, mit der Räude und dem Blut serviert, dem Asthma ein Ende setzte. Zudem haben sie dadurch, dass sie keine Haare haben, auch keine Flöhe und Schuppen, die den Astmathikern zusetzen würden, weswegen sie ideal als Haustier für solche Familien sind, in denen eines der Mitglieder an Atemstörungen leidet.

Daneben wurde eine Suppe aus dem Kopf des Hundes gegen Probleme nervösen Ursprungs verwendet; man wusste, dass der Urin Fettpolster und Warzen entfernt; dass das Fett Knochenschmerzen kontrolliert; dass man aus der Asche des Schädels eine Salbe herstellen konnte, um Verbrennungen zu bekämpfen; dass die Exkremente des Hunden Durchfall stoppten und den Magen stärkten; und wenn man sich die Augenlider mit seiner Tränenflüssigkeit einrieb, begann man sofort, Visionen bunter Bilder zu haben.

Dieser Hund half sogar durch seine hohe Körpertemperatur von 40°, Asthma, Bronchitis und Rheuma zu bekämpfen, da er kein Fell besitzt und man seine Wärme mit einer größeren Intensität spürt, so dass er als Entzündungshemmer verwendet wurde.

Das geht sogar soweit, dass viele Menschen bevorzugen, mit dem Hund ohne Fell in einem Bett zu schlafen, obwohl dieses Tier selbst überhaupt keine besondere wärmende Schicht benötigt und sich selbst den äußerst niedrigen Temperaturen in Cusco anpassen kann. Die Temperatur, die der Hund ohne Fell besitzt, wirkt in der Nähe der Stelle, die einem schmerzt, wie eine heiße, aber natürliche Wärmflasche; in anderen Worten: sie heilen nicht, sondern wärmen.

So gelangen wir ans Ende dieser Geschichte, stolz zu wissen, dass man wie bei großen Jahrestagen den 12. Juni als "Día del Perro sin Pelo del Perú" (Tag des Hundes ohne Fell aus Peru) in den Nationalkalender aufgenommen hat - was nicht nur in der Geschichte Perus, sondern in der der gesamten Welt einzigartig ist. 

Bis heute existieren viele Privatpersonen und Institutionen, die sich für die Erhaltung und die Entwicklung dieser Art starkmachen, die die einzige aus Peru stammende Hunderasse vertritt.

Der rätselhafte Hund ohne Fell aus Peru ist vom Aussterben bedroht. Zur Zeit weiss man nicht, wie viele Exemplare noch bleiben, aber man weiss durchaus, dass er ab jetzt nicht mehr als hässlich oder bösartig, und erst recht nicht als schlampig angesehen werden sollte. Welcher Zweifel besteht schon, dass er der beste Freund des Menschen ist.

      

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